Smarter Hafenbetrieb: Wie ein Digital Twin beim Energiesparen hilft
Mit der Nutzung von compacer edbic als zentrale Datendrehscheibe gelingt dem Hafenbetreiber die smarte Vernetzung von Sensordaten und komplexen IT-Systemen für ein ressourcenschonendes Energiemanagement. Ergänzend behält der Hafen mit einem KI-gestützten Digital Twin den genauen Überblick über Energiebedarf sowie -erzeugung und stellt durch präzise Prognosen die Weichen für eine nachhaltige und CO₂-arme Zukunft.
Die Reorganisation und Überführung von zwei 1.400-Tonnen-Containerbrücken von Norddeutschland an einen estländischen Partnerhafen bot die einzigartige Gelegenheit, die digitale Transformation im Hafenbetrieb neu zu denken. Die Steigerung der Energieeffizienz, die Verringerung der CO₂-Emissionen sowie die Senkung der Betriebskosten wurden dabei zu wesentlichen Zieldefinitionen.
Mit diesem Ziel im Blick wollte man den steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Umweltschutz im internationalen Wettbewerb gerecht werden und gleichzeitig eine zukunftssichere, ressourcenschonende Infrastruktur bereitstellen.
Am wichtigsten waren dabei die Wiederverwendung bestehender Hardware (Retrofitting) und ein klares Bekenntnis zu maximaler Nachhaltigkeit. Die bestehende Infrastruktur der rund 20 Jahre alten Containerbrücken war über die Jahre gewachsen und wies eine Vielzahl von Einzelteilen und Komponenten unterschiedlicher Hersteller auf, wodurch der Digitalisierungsgrad veraltet war. Das führte zu fehlender Sichtbarkeit der Daten bezüglich Stromverbrauch und -erzeugung bei Be- und Entladevorgängen.
Ohne eine zentrale Integration ging wertvolle Energie ungenutzt verloren, indem beispielsweise beim Abladevorgang erzeugter Strom einfach als Wärme an die Luft abgegeben wurde. Es wurde deutlich, dass die Vernetzung der physischen Komponenten mit modernen IoT-Messsensoren und geeigneten Software-Tools einen sofortigen Mehrwert und umfassende Datentransparenz schaffen würde.
Zusätzlich zu den „klassischen“ Herausforderungen bei Integrationsprojekten betonte der Kunde, dass ihm die Einbindung von IoT-Sensoren (Power Meter) sowie die künftige Anbindung an bestehende Systeme wie das Terminal Operating System (TOS), Port Community System (PCS) oder SAP sehr wichtig sei. Eine flexible Integrationsplattform, die als offene Datendrehscheibe fungiert und die Grundlage für einen KI-gestützten Digital Twin bietet, war daher der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg.
Der Hafenbetreiber entschied sich dafür, compacer edbic als zentrale Datendrehscheibe einzusetzen. Die Integrationsplattform fungiert als technisches Herzstück für die Zusammenführung heterogener Anlagendaten und bildet die Grundlage für den Aufbau eines Digital Twin.
In sehr kurzer Zeit wurde ein innovatives Integrationskonzept umgesetzt. Statt auf starre Eigenentwicklungen zu setzen, werden die Daten aus unterschiedlichen Quellen über edbic gesammelt, konsolidiert und in ein einheitliches Metaformat übersetzt. Dadurch lässt sich die Lösung nahtlos in die bestehende Softwarelandschaft wie das Terminal Operating System (TOS), Port Community System (PCS) oder SAP integrieren.
Der Hafenbetreiber ging jedoch noch einen entscheidenden Schritt weiter und nutzte die Inbetriebnahme der überführten Containerbrücken für sein wegweisendes IoT- und Nachhaltigkeitsprojekt. Für das Projekt wurden neu installierte Strommesssensoren (Power Meter) über edbic angebunden, um verborgene Daten über den Strombedarf und die Energieerzeugung in Echtzeit sichtbar zu machen. Die gewonnenen Daten speisen den Digital Twin und stehen dort zur Analyse und Steuerung zur Verfügung.
Ergänzt wird die Lösung durch eine KI-gestützte Prognosesoftware. In Kombination mit Daten aus anderen Gewerken und Clouddiensten ist das System in der Lage, den Stromverlauf eine Woche im Voraus mit einer Genauigkeit von 96–98 % vorherzusagen. Beim Abladevorgang gewonnene Energie wird nun nicht mehr ungenutzt als Wärme abgegeben, sondern gezielt gespeichert und z. B. für die Ladeinfrastruktur fahrerloser Lastfahrzeuge (AGVs) bereitgestellt.
Zusätzlich legt das Setup das Fundament für zukünftige Predictive-Maintenance-Szenarien. Durch die geplante Einbindung weiterer Sensoren – etwa zur Seillängen- und Seilqualitätsüberwachung – können Ausfälle und Stillstandzeiten von Containerbrücken vorausschauend vermieden werden.
Diese neue Ebene der Digitalisierung erleichtert den Alltag im Hafenmanagement, senkt die Betriebskosten deutlich und bahnt den Weg zu einem CO₂-neutralen Terminalbetrieb.
„Mit edbic waren wir plötzlich in der Lage, Dienstleistungen anzubieten, bevor unsere Kunden überhaupt danach gefragt haben. Mittlerweile ist die proaktive Entwicklung neuer Dienste eine Selbstverständlichkeit. So etwas wäre in der Vergangenheit nicht möglich gewesen.”
“Ich bin von der Zusammenarbeit mit compacer ebenso begeistert wie von ihren Produkten. Vor allem sind sie beeindruckend kreativ, wenn es darum geht, Lösungen zu finden, und ihre Flexibilität und ihr Engagement sind ebenso bemerkenswert. Mit compacer weiß ich, dass ich einen zuverlässigen Partner an meiner Seite habe und das gibt mir ein gutes Gefühl.”
Case Study
Durch digitale Zwillinge und CO₂ -neutrale Ansätze können Be- und Entladevorgänge von Fracht- und Containerschiffen optimiert werden. Dies ist jedoch erst der Anfang einer langfristigen Entwicklung hin zu einer energieeffizienteren Logistikbranche.
Datenblatt
edbic ist ein modernes Datenintegrationssystem, das alle Beteiligten innerhalb der Wertschöpfungskette miteinander verbindet (Digitalisierung).
Whitepaper
Antwerp Euroterminal – leichtere Datenintegration und bessere Services dank edbic. Die Umsetzung einer neuen Terminal Operating System (TOS)-Umgebung war eine einmalige...
Whitepaper
Tim Pieters vom Antwerp Euroterminal NV verrät, welche Mehrwerte edbic und edpem einem Hafenterminalbetreiber bringen – im Tagesgeschäft, aber auch langfristig
Whitepaper
In einer auf Effizienz und Produktivität ausgerichteten Fertigung greifen die einzelnen Produktionsschritte eng ineinander. Der plötzliche unerwartete Ausfall einer Maschine oder einer Komponente kann zum Stillstand der gesamten Produktionslinie führen.
Denken auch Sie darüber nach, die alte mit der neuen Welt über ein IT-Integrationsprojekt zu verbinden?