Hafenintegration und
-automatisierung




Komplexe Prozesse transparent digitalisieren dank Integration von
IT-Systemen und Anwendungen sowie Anbindung aller Partner.

Aktueller Stand

Häfen haben eine zentrale Rolle bei der Lenkung von Handelsströmen, denn rund 90% aller weltweit gehandelten Güter sind während ihres Lebenszyklus mindestens einmal auf dem Schiff unterwegs. Vor allem das Löschen des Frachtguts ist dabei eine sehr zeit- und auch kostensensible Aufgabe mit vielen beteiligten Akteuren. Und genau hier liegt eine der großen Herausforderung für Containerhäfen - denn die Konditionen müssen hierbei für alle Partner stimmen, die an der globalen Logistikkette beteiligt sind und mitverdienen wollen. Schlagwörter wie „Überkapazitäten“, „geringer Güterumschlag“ und „lange Liegezeitenhört daher niemand gern; weder die Reederei, der Logistiker, noch der Terminalbetreiber. Doch es geht nicht nur um die zügige und ressourcenschonende Bewältigung der Ladungsmengen. Die Anforderungen an die Digitalisierung der Häfen spielt auch in anderen Bereichen eine immer wichtigere Rolle. Spediteure, Umschlagsbetriebe, Zoll und zahlreiche andere Dienstleister wollen zeitnah und mit zuverlässigen Daten informiert und auf dem Laufenden gehalten werden. Eine Vernetzung aller am Hafen-Ökosystem beteiligten Akteure und Systeme ist somit unumgänglich, um nicht nur effektiver zu planen und kostspielige Liegezeiten zu verkürzen, sondern auch um weiteren Mehrwert-Service anbieten zu können und somit dem Konkurrenzdruck innerhalb der Häfen standzuhalten.

Herausforderung

Doch wo ansetzen? Wo liegen mögliche Stellschrauben? Containerhäfen sind mittlerweile mit einer Komplexität konfrontiert, die mit denen anderer Branchen vergleichbar ist:

- Die technische Infrastruktur in der heterogenen Systemlandschaft ist veraltet und wird oft nicht mehr gewartet.
- Es gibt viele gewachsene individuelle Prozesse und dadurch auch viele - meist manuelle - Schnittstellen.
- Die große Organisation der Hafengemeinschaft besteht aus zahlreichen unterschiedlichen Akteuren, an Land- sowie auf Seeseite.
- Auswirkungen von außen, wie z.B. durch die Anforderungen zur Anbindung von papierlosen Logistikprozessen oder elektronischen Fahrplänen nehmen zu.

Resultierend daraus dauern Anpassungen zu lange in der Umsetzung und es bedarf großer Aufwendungen, um Querauswirkungen auf das Hafen-Ökosystem zu prüfen. Zudem fehlt der aktuelle Überblick über die gesamte Terminalprozesskette sowie einzelne Prozessschritte. Dies wirkt sich natürlich direkt auf den Güterumschlag und somit auf Zeit und Kosten aus.
Wie kann man nun all diese Herausforderungen angehen, um weiter konkurrenzfähig und profitabel zu bleiben und der starken Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein?

Hafenautomatisierung

Es geht hierbei nicht darum, vorhandene Infrastruktur zu ersetzen, sondern diese an die gestiegene Komplexität anzupassen, Konnektivität zwischen allen Beteiligten der Hafengemeinschaft zu schaffen und so die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Also agiler, dynamischer und analytischer zu werden. Dies gelingt durch 4 Bausteine, die nach und nach umgesetzt werden können:

1. Integration

Integration von Daten und Prozessen aus unterschiedlichen IT-Systemen mit unterschiedlichen Datenstrukturen.

Vorteile

Zentrale Plattform
Reibungslose Betriebsabläufe sind im täglichen Geschäft unerlässlich. Dies macht eine Nutzung aller zur Verfügung stehenden Daten erforderlich, um Informationen für die Analyse und Entscheidungsfindung zu erhalten. Um das zu gewährleisten werden alle wesentlichen Systeme, wie z.B. TCS/PCS, TOS sowie Schnittstellen zur Steuerung der Kräne, Containerbrücken, AGVs (automated guided vehicles) und andere Maschinen und Anlagen, also der gesamten Terminalprozesskette, auf einer zentralen Plattform integriert und technologisch modernisiert.
Effizienzsteigerung
Sämtliche Aktivitäten auf dem Werksgelände sowie die Koordination der Aktivitäten an der Laderampe werden transparent, Aufenthalts- und Wartezeiten reduziert und das Yard- und Dockmanagement somit effektiver genutzt.


2. Automatisierung

Automatisierung von Prozessen und täglichen Routineabläufen.

Vorteile

Leichte Datenerfassung
Die physische Umgebung von Containerhäfen ist nicht nur strukturiert, die meisten Routineabläufe sind sogar unkompliziert und wiederholen sich. Es ist also ein leichtes, diese Mengen an erzeugten Daten zu erfassen, zu verarbeiten und sinnvoll zu nutzen, um effizienter zu werden. Auch viele manuelle – und dadurch fehleranfällige Handgriffe - können durch die Automatisierung eliminiert werden.
Voraussicht
Die Zahl der manuell verursachten Störungen sinkt deutlich, die Leistung wird vorhersehbarer und der Hafenbetrieb läuft reibungsloser und ohne Ausfallzeiten.




3. Vernetzung

Vernetzung aller Akteure und IT-Systeme des Hafen-Ökosystems.

Vorteile

Schneller Datenaustausch
Der sichere, zuverlässige und schnelle Transfer und Austausch von Information, Dokumenten und Daten (EDI – electronic data interchange) ist entscheidend, um agiler auf dem Markt agieren zu können und macht die Einbindung aller Beteiligten unerlässlich Die Anbindung der „alten“ Welt mit der „neuen“ IoT-Welt mittels Sensorik schafft smartere Daten und sorgt für mehr Transparenz sowie reibungslose Alltagsprozesse. Nur so ist zukunftsfähige Kommunikation und Interaktion möglich.
Verbesserter Service
Die Interaktion und Zusammenarbeit wird optimiert, schafft verbesserten Service und dadurch einen Mehrwert für die gesamte Hafengemeinschaft.





4. Transparenz

Transparenz über den Gesamtprozess und innerhalb der Prozessschritte.

Vorteile

Nachvollziehbarkeit
Ein zentrales Dashboard schafft nicht nur Transparenz in Echtzeit und proaktive Kontrolle über die eigenen Anwendungen und Betriebsabläufe, es macht auch für alle eingebundenen Partner Informationen sichtbar und nachvollziehbar. Nicht nur der Hafen selbst, sondern sein ganzes Ökosystem kann dadurch optimiert werden.
Planbarkeit
Umständliche Rückfragen entfallen und eine vorausschauende Planbarkeit wird möglich.

Umsetzung



Das compacer B2B-Gateway – die einfache Lösung

Hafenintegration Umsetzung Schaubild

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Hintergrundbild ©HHLA / Thies Rätzke

Mit edbic, unserer smarten Plattform für Daten- und Prozessintegrationsaufgaben, werden die Konzepte der Enterprise Service Architektur und Event-Verarbeitung unterstützt. Die Plattform kombiniert beliebige Endpunkte, Datenquellen, Applikationen, Services, Schnittstellen und Workflows so miteinander, dass daraus ein einziger, durchgehender Prozess entsteht, der orchestriert wird.

Eins ist sicher: Sie können fast jede Anlage, jedes Gerät oder jede Sache anschließen - von jedem Hersteller oder Jahrgang. Der Status von Maschinen, Anlagen, Geräten und Prozessen wird durch die Plattform ohne Eingriff in die bestehende Automation und Infrastruktur überwacht.

Das bedeutet konkret: Alle Daten unterschiedlicher Formate und Herkunft laufen in edbic zusammen und durch sinnvolle Automatisierung werden die Geschäftsprozesse nachhaltig verbessert. Mit unserer Monitoring Lösung edpem bringen wir anhand eines Dashboards mehr Transparenz in Ihre gesamte Lieferkette – egal an welcher Stelle. Neben der Überwachung können auch Frühwarnfunktionen integriert werden.

Der Einsatz ist extrem vielfältig: mit edbic werden Produktionsdaten und Kennzahlen aus der Anlagensteuerung und z.B. angebundenen Sensoren ausgelesen und gespeichert. Durch Echtzeit-Analysen können z.B. Zustand und Leistungsvermögen von Maschinen und Anlagen auf dem Dashboard visualisiert werden. Diese Daten stehen auch der gesamten vernetzten Hafengemeinschaft jederzeit zur Verfügung. Dadurch ist es nicht nur möglich, Daten zur Gewinnung von Kenntnissen verschiedenster Sachverhalte für verschiedenste Beteiligte heranzuziehen, dies ermöglicht auch ein intelligentes Controlling über die gesamte Produktionsumgebung und alle Anlagen hinweg.

Dies bietet auch die Grundlage für weitere Schritte in Richtung Zukunftsfähigkeit und Port Integration 4.0

Vorteile

Mit unserer Lösung verbessern Sie die Qualität und Informationen von Daten, beschleunigen durch Automatisierung Ihre Geschäftsprozesse und erhöhen die Geschwindigkeit bei der Übertragung. Das alles trägt dazu bei, die Transparenz innerhalb von Prozessen und die Kommunikation mit Reedereien, Zollbehörden, Spediteuren und anderen Partnern zu verbessern und letztendlich auch Kosten einzusparen.

Oder ganz konkret:
+ Ausfallzeiten im Betriebsablauf minimieren
+ Vorhandenen Hafenkapazitäten optimal nutzen
+ Betriebskosten senken
+ Produktivität der Hafenprozesse steigern
+ Buchungsprozeduren und weitere manuelle Prozesse automatisieren
+ Kostspielige Liegezeiten verkürzen
+ Daten flexibel managen und auf Änderungen durch Kunden reagieren
+ Transparenz für das gesamte Hafen-Ökosystem schaffen
+ Service für Partner durch zur Verfügung stellen von Echtzeitinformationen verbessern
+ Vorausschauend planen
+ zukunftsfähig und innovativ der Konkurrenz einen Schritt voraus sein

Vorgehensweise


Durch unsere einzigartige Projektmethode wird Ihre Integration in fünf Schritten schnell, einfach und unkompliziert durchgeführt. Denn nicht nur saubere Daten und effiziente Prozesse sichern den Weg zum Erfolg, sondern auch eine schrittweise und systematisch durchgeführte Integration mit dem größtmöglichen Automatisierungsgrad.
Hafenintegration Schritt für Schritt Schaubild

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Wir starten Ihre Projekte in den meisten Fällen mit einem POC (Proof of Concept), so dass Sie sehen, wie automatisiert die toolgestützte Integration mit uns abläuft.

Wir stellen sicher, dass Geschäftsprozesstransaktionen im laufenden Betrieb migriert, neu eingerichtet werden und Verbindungen zum definierten Stichtag funktionieren.

Wir verbinden Sie mit Ihren Geschäftspartnern und übernehmen die Prozessberatung, -umsetzung und -optimierung. Sie können auf unsere Expertise und unser Roll-out Management vertrauen! Dabei profitieren Sie von der ersten Nahtstelle bis zum Endempfänger von unserem end-to-end Service Portfolio und dem damit verbundenen Rundum-sorglos-Paket.

Wir begleiten Sie bis zum Rollout und lassen Sie bis zum Projektende nicht allein.

Wir haben die Konzeption, Durchführung und die Produktivsetzung von Digitalisierungsprojekten standardisiert. Damit sorgen wir für einen Ablauf ohne Behinderung Ihres laufenden Betriebs. Ihrem Technologie-Refresh und der Zusammenführung von Systemen steht somit nichts mehr im Wege!

Referenzen


Lesen Sie hier, wie andere Häfen, die Automatisierung meistern und an der Hafenautomation 4.0 arbeiten.

Digitale Transformation bei Antwerp Euroterminal EV
 
 



HPC and compacer implement IT integration for automated customs clearance for Cuxport
 

Ausblick Port Integration 4.0 – IoT leben


Mit der Automatisierung des Hafens durch den Einsatz von edbic ist auch die Grundlage für weitere Schritte in Richtung Zukunftsfähigkeit und Port Integration 4.0 geschaffen. Doch was bedeutet IoT 4.0 im Zusammenhang mit Hafenintegration und -automatisierung?
Nicht nur Daten aller angeschlossenen Systeme können anhand des Dashboards visualisiert und ausgewertet werden, auch Sensordaten aller Art, z.B. aus Kränen, Containern, Schiffen, Kaimauern etc., können mit edbic erfasst, verarbeitet und analysiert werden.
Mithilfe von Condition Monitoring kann man über unterschiedliche Parameter an sämtliche Informationen von Anlagen, Maschinen und Geräte gelangen. Dadurch wird eine permanente und genaue Zustandsüberwachung gewährleistet, Servicemitarbeiter können bereits vor dem Ausfall der Anlagentechnik reagieren, KPIs können überwacht und das Reparieren von defekten Containern bzw. das Erfassen der Schäden kann durch das Auslesen von Sensoren digitalisiert werden. Auch unmittelbare Einblicke z.B. in den Zustand und die Nutzung von Liegeplätzen sind möglich, um flexibler und effizienter innerhalb der Terminalprozesskette nachsteuern zu können.

Möchte man einen Schritt weiter gehen, können mittels Predictive Maintenance die Informationen noch effektiver und detaillierter genutzt werden. Dafür werden bereits vorhandene Daten als Basis eingesetzt, so dass statistische Auswertungen möglich sind, sich eine Mustererkennung in den Daten etabliert und maschinellen Lernalgorithmen mittels Künstlicher Intelligenz (KI) verwendet werden können. Dies ermöglicht die Erstellung von zuverlässigen Prognosen zu Lebensdauer und erwartbaren Schäden an der Anlagentechnik, denn z.B. Verschleißmuster und Anomalien werden erkannt und können vorbeugend instandgesetzt werden. Die Verfügbarkeit von kritischen Hafenanlagen wie STS- und RTG-Kränen wird erhöht.

Häfen können durch den Einsatz von IoT in äußerst zuverlässige und flexible Logistikknotenpunkte verwandeln werden, die vorhersehbare physische Ströme lenken, fortschrittliche Analysen und dynamische Planung zur Umleitung von Containern und die Anpassung von Streckenführung und Geschwindigkeit nutzen, um die vielen Variablen in Logistikprozessen zu puffern. Das proaktive Management der gesamten Terminalprozesskette erweitert somit den Wirkungsradius des Hafen-Ökosystems und auch alle Akteure - Terminalbetreiber, Speditionen, Eisenbahngesellschaften, Verlader, Logistikunternehmen, Zollbehörden etc. – profitieren von einem erheblichen Mehrwert.

Port Integration Days


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Jährlich veranstalten wir unsere Port Integration Days in Kooperation mit der HPC Hamburg Port Consulting.
Hier ist ein Teaser Video, was Sie an diesen besonderen Tagen erwartet.

Anmeldungen sind wieder in 2022 möglich.

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